JoschAudio  
        HiFi mehr RICHTIGES beibringen  

Ist Realität nicht das eigentliche Qualitätsziel von WIEDER_gabe?


Seit Jahrzehnten erzählt uns die HiFi-Branche,
Musikwiedergabe brauche immer schönere Töne:
Seidige Höhen. Warme Mitten. Straffer Bass. Mehr Musikalität.
Bla bla bla....


Doch ist das nicht logisch falsch?
Fragen wir anders.


Was sollte Musikwiedergabe eigentlich leisten?


Die Antwort scheint verblüffend einfach:


Sie muss
die ursprünglichen Schallereignisse
möglichst richtig wiederholen.


Denn ein Lautsprecher erzeugt gar keinen Klang.
Er erzeugt Schall.


Klang entsteht erst in unserem Gehirn.


Das eigentliche Qualitätsziel lautet deshalb:


Die Lautsprechermembranen müssen neuen Schall erzeugen,
der die zeitlichen und energetischen Beziehungen
des ursprünglichen Musikereignisses
möglichst richtig WIEDER_holt.


Nur dann können die zeitlichen Beziehungen
des ursprünglichen Ereignisses
im neu erzeugten Schall
wieder wahrnehmbar werden.


Und nur dann kann unser Gehör aus diesen Beziehungen wieder
Entfernungen, Raum und die Positionen der ursprünglichen Ereignisse rekonstruieren.



Eine Hypothese

Ich glaube,
dass unser Hörinstinkt noch vor jeder bewussten Wahrnehmung eine einzige,
ereignisunabhängige Frage stellt.


Nicht:
Ist das eine Stradivari?


Nicht:
Ist das ein Kontrabass?


Nicht:
Ist das ein Löwe?


Nicht:
Ist das Musik?


Sondern:


Kann dieser Schall von einem wirklichen Ereignis stammen?


Denn unser Hörinstinkt ist für genau diesen Vergleich 

geradezu prädestiniert.


Schall erreicht uns niemals aus der Gegenwart.
Jeder Schall, den wir hören,
trägt ausschließlich Vergangenheit.


Und unser ganzes Leben lang
haben wir aus genau dieser Vergangenheit gelernt.


  • Aus wirklichen Ereignissen.
  • In wirklichen Räumen.
  • Unter immer derselben Physik.
  • ECHT aus ECHT.
  • Milliardenfach.



Unser Hörinstinkt kennt deshalb aus lebenslanger Erfahrung,
welche zeitlichen und räumlichen Beziehungen zueinander
bei wirklichen Ereignissen natürlich und plausibel sind.


Erreicht uns neuer Schall,
braucht unser Gehirn das ECHT also nicht erst neu erfinden.


Es kann das Gehörte intuitiv
mit der gespeicherten Normalität
wirklicher vergangener Ereignisse vergleichen.



Das würde bedeuten:
Unser Hörinstinkt ist geradezu darauf trainiert,
das ECHTE intuitiv wiederzuerkennen.


Und:


Die Echtheitsprüfung geht jeder Deutung voraus.
Noch bevor wir bewusst erkennen,
WAS dort geschieht,
hat unser Hörinstinkt bereits geprüft,
ob der eintreffende Schall
zu einem natürlichen Ereignis passen kann.


Deshalb
spielt es für diese erste Entscheidung keine Rolle,
ob dort eine Stradivari oder eine einfache Schülergeige
gespielt wird.


Ob dort
ein 40 kg leichter Gepard, ein 200 kg schwerer Tiger
oder doch nur der Wind ein Geräusch verursacht.


Die erste biologische Entscheidung lautet nicht:
Was ist das?


Sondern:
Stammt dieser Schall von einem realen Ereignis?


Erst danach folgt die Interpretation:
Welches Instrument?
Wessen Stimme.
Welche Musik.
Besteht Gefahr.
Bedeutung.
Emotion.


Vielleicht erklärt genau das, warum wir manche Musikwiedergaben
sofort als ECHT empfinden, obwohl wir gar nicht sagen können,
warum.



Und vielleicht erklärt es ebenso, warum eine HiFi-Anlage
tonal hervorragend klingen kann, uns aber dennoch
nicht glauben lässt,
einem echten Musikereignis gegenüberzustehen.


Dann hätte die HiFi-Welt seit Jahrzehnten
über die falsche Frage diskutiert.
Nicht:
Wie gut klingt eine HiFi-Anlage?


Sondern:
Wie richtig WIEDER_holt sie die zeitlichen und energetischen Beziehungen
des ursprünglichen Musikereignisses?


Denn genau darin liegt
das eigentliche Qualitätsziel:


nicht SCHÖNER_gabe.
Sondern richtige WIEDER_gabe.


Denn sobald WIEDER_gabe das ursprüngliche Ereignis
SCHÖNER macht,
gibt sie es nicht mehr RICHTIG wieder.


Nehmen wir das Stimmen und Einspielen 

eines Philharmonieorchesters vor dem Konzert.


Das ist nicht schön 

und bestimmt nicht gefällig.


Doch bei mir erzeugt das unmittelbar Gänsehaut.


Warum?


  • Weil ich dabei bin und ein spontanes Gesamtereignis aus ganz vielen einzelnen Ereignissen in ihrem Zueinander und in diesem Konzertsaal miterlebe.
  • Weil ich teilnehme – an dieser Lebendigkeit.
  • Ungeschönt?  Ja unbedingt!
  • Einfach ECHT.




Schönere Töne 

als die Realität sind kontraproduktiv, 


wenn man die Realität WIEDER_erleben will. 


Klangliche Verschönerung zerstört das ECHT – 

an das wir

unser Leben lang gewöhnt sind.


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