Bei WIEDERgabe kann es nicht darum gehen:
"Das gefällt mir BESSER und das finde ich SCHÖNER."
Warum?
Es geht zuerst um die RICHTIGE Wiederholung des SCHALLS,
damit unsere Ohren wieder möglichst die Informationen erhalten,
die das ursprüngliche Ereignis im Schall hinterlassen hat.
Am Anfang des Hörens steht Datenerhebung.
Und aus diesen Daten rekonstruiert unser Gehirn,
die EREIGNISSE in unserer Umgebung
und deren räumliche Beziehungen
für unsere Wahrnehmung.
Zuerst geht es allein um die ECHTHEIT des Geschehens,
das wir in unserem Umgebungsraum wahrnehmen:
WO passiert WAS.
Geschmack ist für diese Datenerhebung unerheblich.
ENTSCHEIDEND
sind die Beziehungen innerhalb des SCHALLS,
der während des Musizierens entsteht.
Denn dieser Schall erreicht unsere Ohren
wegen seiner endlichen Geschwindigkeit
und sämtlicher räumlichen Einflüsse,
wie
Reflexionen, Bedämpfungen und Umlenkungen
früher oder später –
und mit
unterschiedlicher ENERGIE.
Zum besseren Verständnis:
Die Schallsummen, die
aus allen Richtungen das
linke und rechte Ohr fortlaufend erreichen,
bestehen aus Portionen und Portiönchen von Schallenergie,
die unterschiedliche Zeiträume unterwegs waren.
Und dabei
typischerweise an Energie verloren haben.
Mal mehr, mal weniger –
je nach ihren Wegen
bis zu Ohr 1 und Ohr 2.
Unser Gehör wertet aus diesen beiden Schallsummen
fortlaufend feinste
zeitliche und energetische
UNTERSCHIEDE aus.
Und gewinnt daraus in ECHTZEIT
entscheidende Informationen darüber,
WO die Schallursprünge waren –
und
WIE unser wahrnehmbarer UMRAUM
dimensioniert und beschaffen ist.
Was also geschieht bei
LIVE-MUSIK?
Der Schall an unseren Ohren
ist unmittelbar aus den wirklichen Ereignissen
und ihren wirklichen Schallwegen entstanden.
Links oder rechts.
Früher oder später.
Direkt oder reflektiert.
Wie unterschiedlich
die Schallwege auch waren:
Ihre zeitlichen und energetischen Beziehungen
sind durch das reale Geschehen selbst entstanden.
Und genau aus diesen Beziehungen
erkennen wir die Ereignisse
und ihren tatsächlichen Umraum
und sind uns sicher:
ALLES ECHT.
Und jetzt passiert HiFi, also
WIEDERGABE:
Hier müsste nach Adam Riese
für unsere Wahrnehmung dasselbe Prinzip gelten.
Nicht jeder ursprüngliche Schallweg
muss in unserem Hörraum noch einmal existieren.
Aber die für unsere Wahrnehmung
entscheidenden
BEZIEHUNGEN im SCHALL
müssten wieder RICHTIG
an unseren Ohren ankommen,
dass unser Gehör daraus möglichst wieder
auf die ursprünglichen Ereignisse
und ihre räumlichen Beziehungen schließen kann.
Also:
Früher und später. Links und rechts.
Direktschall und Reflexionen.
Zeitliche und energetische Beziehungen.
Denn erst wenn diese Informationen wieder stimmen,
kann unser Gehör theoretisch
das ursprüngliche EREIGNIS
auch wieder
RICHTIG wahrnehmen.
UND ausgerechnet die HiFi-Branche übersieht dabei
eine simple LOGIK:
Wenn zeitliche Unterschiede
für unser natürliches Hören so essenziell sind,
bleiben sie es doch auch für den Schall,
der ursprüngliche Ereignisse
wieder wahrnehmbar machen soll.
Ist ja wieder für DIESELBEN OHREN.
Und was macht HiFi daraus?
Seidiger.
Noch schöner.
Noch mehr BASS.
Noch EXKLUSIV-HIGH-ENDiger.
Preise, Image, Tests, Marken ...
Sorry, aber ist das nicht das selbe
wie beim FINALE im ZIRKUS?
Artisten, Clowns, Tierdompteure und Publikum
applaudieren sich gegenseitig
für das, was in der Vorstellung gelungen ist.
Was nicht?
Einfach Schwamm drüber ...
Ein glänzendes Deckmäntelchen aus SPEKTAKEL
und eine krönende PAPPNASE für jeden.
Sollte es bei HiFi nicht eigentlich um
RICHTIGE WIEDER_gabe gehen?
Um genau so
RICHTIG hören zu können,
wie mit_ohne HiFi?