über mich:
Ich beschäftige mich seit über 40 Jahren mit der Frage,
warum manche Musikwiedergaben wie echte Ereignisse wirken –
und andere trotz perfekter Technik künstlich bleiben.
Ich heiße Josef Schönen.
Ich bin 64 Jahre alt.
"Das menschliche Hören ist eine Frage der Zeit.
Und auch diese Erkenntnis braucht Zeit."
Mein gesamtes HiFi-Leben hatte immer denselben Ausgangspunkt:
das menschliche Hören.
Nicht Technik.
Nicht Messwerte.
Nicht Diagramme.
Sondern die Frage:
Warum fühlt sich das Gehörte mit einem HiFi-Setup manchmal echt und richtig an –
und warum mit denselben HiFi-Geräten manchmal nicht?
Meine Zeit in der HiFi-Branche
In den 1990er-Jahren entwickelte und vertrieb ich eigene Lautsprecher im Direktvertrieb
unter dem Namen réalité.
Ich war die exekutive Kraft und leitende Instanz eines vierköpfigen Entwicklungsteams.
Wir waren mit der serienmäßig gebotenen Qualität am HiFi-Markt nicht zufrieden.
Unser Anspruch war nicht „mehr Klang“.
Unser Ziel war mehr Lebendigkeit und Raumabbildung für die Musikwiedergabe.
Drei Jahre in Folge stellten wir unsere Lautsprecher
auf der Messe SCALA in Frankfurt aus.
Einige unserer Lautsprechermodelle wurden
vom Journal Hörerlebnis besprochen.
Ich war also nie nur Beobachter.
Ich war ein Teil dieser Branche.
Eine lange Suche
Der Mensch blieb für mich immer die alleinige Referenz.
Nicht Messwerte.
Nicht Diagramme.
Sondern das tatsächliche Erleben des Gehörten.
Was ich damals noch nicht wusste:
Ich suchte an der richtigen Stelle –
aber ich hatte die physikalische Ursache des Problems noch nicht erkannt.
Fast dreißig Jahre brauchte ich,
um den Kern klar zu verstehen.
Ich experimentierte mit
- Materialien
- Konstruktionen
- Masse
- Dämpfung
- Elektronik.
Im Jahr 2017 kaufte ich mir schließlich einen Verstärker,
meinen Jugendtraum: einen ASR Emitter II.
Und trotzdem stellte ich auch damit fest:
Etwas fehlte.
Nicht Klang.
Sondern natürliche Selbstverständlichkeit.
Die eigentliche Erkenntnis
Heute weiß ich:
Das Problem lag nicht primär in den Geräten.
Sondern in den physikalischen Zuständen innerhalb der Geräte.
Nebenwirkungen erzeugen zusätzliche Energie.
Diese Energie verändert Signale.
Und dadurch wird die Erkennbarkeit feinster
zeitlicher Strukturen im Schall erschwert.
Der zentrale Gedanke
Schall ist Bewegung.
Bewegung braucht Zeit.
Schall breitet sich in Luft mit etwa 343 m/s aus.
Kein Lebewesen hört jemals die Gegenwart.
Wir hören immer Vergangenheit.
Unser gesamtes räumliches Erleben basiert auf
diesen Laufzeitunterschieden im Schall.
Unser Gehör rekonstruiert daraus:
- Richtung
- Entfernung
- Körperlichkeit
- Raum.
Das Problem moderner HiFi-Wiedergabe
Räumliche Glaubwürdigkeit entsteht nur,
wenn die Laufzeiten sämtlicher Schallanteile
aus dem ursprünglichen Aufnahmeraum
vollständig und unverfälscht
in unseren Hörraum übertragen werden.
Wenn diese zeitliche Ordnung verändert wird,
verliert unser Gehör seine natürliche Referenz.
Dann bleibt Klang.
Aber kein Ereignis.
Mein Ansatz
Das eigentliche Problem moderner HiFi-Systeme liegt daher
nicht im Klang.
Sondern in der Zeit:
Wahrhaftige Wiedergabe bedeutet,
die zeitliche Struktur des Schalls
möglichst vollständig zu erhalten.
Schallstrukturen wieder wahrnehmbar zu machen
ist das Ziel meiner Arbeit.
Warum ich diese Seite betreibe
Diese Website ist kein kommerzielles Projekt.
Sie ist der Versuch,
einige einfache Fragen zu beantworten:
- Wie funktioniert unser Gehör?
- Was bedeutet Wiedergabe wirklich?
Denn wenn unser Gehör Räume über Zeit erkennt,
dann muss jede HiFi-Anlage vor allem eines leisten:
Sie darf diese Zeit nicht zerstören.
Abschluss
Die Inhalte auf joschaudio.de sind das Ergebnis
einer über Jahrzehnte gewachsenen Suche.
Nicht nach „besserem Klang“.
Sondern nach
echter räumlicher Wahrnehmung von Musik.
Weiterführend
Archivdokumente aus der SCALA-Zeit, Frankfurt, 1998, Hotel Kempinski.



