Alles, was wir hören, ist Schall, der uns Vergangenheit liefert,
– weil natürlicher Schall sich mit 343 m/s ausbreitet.
HiFi hingegen liefert uns über die Membranen
zeitlich komprimierten Schall.
Das ist für unser Gehör so, als würde er uns mit
20-, 100- oder sogar 500-facher Geschwindigkeit erreichen.
343 m/s ist das Schallnaturgesetz.
Unser Gehör rekonstruiert Räume, Entfernungen und Ereignisse
ausschließlich aus diesen Laufzeiten –
aus natürlichen Laufzeitdifferenzen.
- Nicht aus Lautstärke.
- Nicht aus Klangfarbe.
- Nicht aus Frequenzkurven.
In diesem präzisen, physikalischen Sinn ist unser Hören
rund um die Uhr eine auditive Zeitreise.
Keine Metapher, keine Science-Fiction,
sondern die direkte Konsequenz endlicher Schallgeschwindigkeit.
Und trotzdem erklärt uns der HiFi-Handel seit Jahrzehnten die
höchste Qualität von Wiedergabe, als würde
dieses Naturgesetz nicht gelten:
- Statt Zeit zu erhalten, wird Energie optimiert.
- Statt Laufzeiten zu respektieren, werden Frequenzen gefeiert.
- Statt Physik zu erklären, werden Geschichten erzählt.
Ist das nicht ein bemerkenswertes Paradoxon?
Warum die Branche dennoch funktioniert?
Das ist kein Zufall. Eigenständiges physikalisches Denken ist unbequem.
Also wird geglaubt, was blinkt, was schwer ist, was schön erzählt wird und gut klingt.
Branchen-Marketing zielt darauf, unser logisches Verständnis zu blockieren.
Es soll uns daran hindern, die physikalisch zwingenden Schlüsse
von Fake –
zu „richtig“ und „echt“ zu erkennen.
(Die Truman Show.)
Genau so funktioniert das System seit Jahrzehnten.
Wer Kausalität nicht endlich prüft, bleibt Opfer,
während er die Täter feiert.
(Der Clou.)
Die folgende Grafik zeigt, was passiert, wenn man das Naturgesetz
von 343 m/s nicht bis an die Membranen bringt:
Analyse der Schallstrukturen und Wahrnehmungsfehler bei HiFi
Wie in der Grafik erkennbar, ist unsere Hörschwelle C zwar deutlich weniger detailreich als die nahezu unendliche zeitliche und energetische Vielfalt, die die natürliche Schallstruktur A an unsere Ohren trägt. (Sie ist in Wirklichkeit noch vielfach feiner.)
Doch kein Mensch hat jemals mehr Details gehört als das, was die zeitlich-energetisch komprimierte Schallstruktur B visualisiert.
Über die Paketlänge im Zeitverlauf wird ein und derselbe Impuls von den Membranen andauernd wiederholt – bis zur nächsten erkannten Paketstruktur – und so fort. Die kontinuierliche Wiederholung ersetzt dabei die feine zeitliche Differenzierung.
E hingegen zeigt ein typisches HiFi-Ergebnis aufgrund dramatisch verstärkter Paketierung von Schallstrukturen D, die sämtliche Detailerkennung weiter komprimiert und zu wenigen, groben Schallimpuls-Paketen zusammenfasst.
Die physikalische Konsequenz der Zeitkompression
In diesem theoretischen, visuell vereinfachten Beispiel erfolgt die Impulserkennung nicht mehr im biologisch relevanten Feinraster von 3–4 mm Schallweg, wie in C dargestellt, sondern nur noch in groben Abständen – hier exemplarisch bei etwa 60–80 mm Schallweg durch die Luft.
Daraus folgt für unser Gehirn, dass auch die Raumabbildung rechnerisch verfälscht wird: Tiefe und Weite können nur noch eingeschränkt und ungenau rekonstruiert werden. Rein rechnerisch muss sich dies für uns so anfühlen, als würden Schallimpulse mit etwa 20-fach höherer Geschwindigkeit als 343 m/s bei uns eintreffen – nicht physikalisch, sondern als Wahrnehmungsfehler durch Zeitkompression.
Die Realität im High-End-Bereich
In Wirklichkeit ist die Situation selbst bei High-End-HiFi meist deutlich schlechter: Die effektive zeitliche Differenzierbarkeit liegt häufig eher bei 200 mm bis 1000 mm Schallweg – ein Bereich, der grafisch nicht sinnvoll darstellbar ist.
In direkter Folge fehlen dem Gehör die notwendige zeitliche und energetische Feinunterscheidbarkeit zur korrekten Raum- und Ereignisrekonstruktion. Die Ergebnisse werden als HiFi-typisch unecht, leblos und künstlich wahrgenommen, trotz aller möglichen Attribute, mit denen uns die HiFi-Branche Qualität suggeriert.
(Die genannten Schallweg-Äquivalente stellen keine Messwerte dar, sondern eine physikalisch konsistente Abschätzung auf Basis bekannter zeitlicher Auflösungen des menschlichen Gehörs sowie typischer Impulsverformungen in real betriebenen HiFi-Ketten. Die daraus gezogenen Schlussfolgerungen beruhen auf eigener Hörpraxis sowie auf konsequenten, über Jahre hinweg durchgeführten Versuchsreihen zur Erhaltung und Stabilisierung zeitlicher Information in der Musikwiedergabe.)
Die echte Qualität einer HiFi-Anlage definiert sich nicht durch Frequenzgänge, wie mit dem Lineal gezogen. Sie definiert sich dadurch, dass zwischen zwei Schallereignissen wieder das entsteht, was die Natur vorgibt: Null. Und Null heißt: keine Restbewegung, kein Nachschwingen, keine Zusatzenergie.
Das folgende Gif zeigt,
wie präzise wir Schall intuitiv analysieren können:
im Milimeterraster bei Schallgeschwindigkeit:
Doch HiFi scheitert genau hier:
an der fehlenden Schwarzen Null
zwischen den Impulsen.
Wie in diesem GIF zu sehen:
Stereo war nie ein Klangformat.
Stereo wurde entwickelt,
um Zeitunterschiede übertragen zu können –
weil wir zweiohrig sind.
Und nur deshalb können wir
räumliche Eindrücke wieder- und neu erleben.
