Schnauze voll vom HiFi-Geschwurbel?
Von „seidigen Höhen“, „edlen Signaturen“?
Von weißen Handschuhen, Chrom-Altären
und der bewährten
Verkaufsmasche:
„Kauf einfach, was dir gefällt!“...
bezahlen ... „und bis bald lieber Kunde."
Denn GEFALLEN ist
GESCHMACK.
Und der kennt kein
RICHTIG oder FALSCH.
somdern nur:
WAS findest du SCHÖNER.
Und DAS ist einfach
die genialste Geschäftsidee ever.
Denn damit lässt sich beliebig oft
ein neues SCHÖNER verkaufen.
Fürs AUGE:
GLÄNZENDER. POLIERTER. SCHICKER.
Fürs OHR:
WÄRMER. ANALYTISCHER. MUSIKALISCHER.
Oder fürs EGO:
TEURER. EXKLUSIVER. ANGESAGTER.
Bla. Bla. oder Bla.
Ehrlich:
Wie oft hast du schon ausgetauscht –
für ein anderes SCHÖNER?
Und hast du damit mehr ECHT bekommen?
FEHLANZEIGE!
Denn genau da liegt der Unterschied:
GESCHMACK fragt nach SCHÖN.
WIEDER_gabe nach RICHTIG.
Und erst das RICHTIG macht das ECHT.
Beim HÖREN ging es ursprünglich
nie darum,
DASS uns etwas GEFÄLLT.
Sondern darum,
zu wissen,
WAS um uns herum passiert.
HÖREN ist für Homo sapiens reine DATENERHEBUNG.
Und wie funktioniert dieses
RICHTIG beim natürlichen HÖREN?
Zwei Ohren & ein geniales Messsystem.
Damit hat uns die Natur ausgestattet.
Zur räumlichen und zeitlichen ORIENTIERUNG
Damit wir wissen, WO etwas passiert –
und ob es sich uns NÄHERT –
noch
BEVOR wir überhaupt wissen,
WAS es IST.
Also...
um genug ZEIT zu haben,
uns auf das einzustellen,
was bald um uns herum passieren wird.
Fehlt uns dagegen diese ZEIT,
erschrecken wir:
Wir alle kennen die Situation:
Wir erschrecken fast zu TODE,
wenn uns als Spaziergänger ein RADFAHRER von
hinten überholt,
der erst KLINGELT,
wenn er fast neben uns ist.
Dann bleibt uns erst einmal das HERZ stehen –
bevor wir erleichtert feststellen:
Kein FLEISCHFRESSER.
Nur ein Trottel auf einem Fahrrad.
Unser Gehörsinn braucht
ZEITWAHRNEHMUNG,
um sicher zu erkennen:
Da NÄHERT sich etwas...
BEVOR wir genau wissen,
WAS es ist, was da kommt.
Anders ist das beim KONZERTbesuch.
Und beim späteren MUSIKHÖREN.
Da wollen wir ÜBERRASCHT werden...
während wir eigentlich wissen,
WAS da auf uns einprasseln wird:
Die PAUKE – ganz hinten.
Die erste GEIGE – vorne links.
Ein Beckenschlag.
Eine Stimme.
Die KONTRABÄSSE.
Wir wissen, WAS da ist.
Aber nicht,
WANN es passiert.
Und genau dieses WANN
kommt im Konzert
nicht irgendwie zufällig
Sondern jedes einzelne GESCHEHNIS
passiert
zu seiner ZEIT
an seinem ORT.
Und dann?
Läuft sein SCHALL los.
Direkt.
Über REFLEXIONEN.
Über UMWEGE.
KREUZ & QUER durch den Saal.
Und jeder dieser Wege
braucht seinen ZEITRAUM.
Bis alle diese
Schall-Portionen und Portiönchen
unsere beiden Ohren erreichen:
JEDES in seinem RICHTIGEN WANN.
.......
Genau daran ERKENNEN unsere Ohren einen RAUM
und seine Inhalte.
Der SCHALL braucht ZEIT für seinen Weg durch den RAUM.
Mit rund 343 Metern pro Sekunde – egal,
wie viele REFLEXIONEN und UMWEGE der Weg nimmt.
Je länger der WEG, desto später das richtige WANN.
Selbst im DUNKELN funktioniert das instinktiv.
Und es war ÜBERLEBENSWICHTIG,
als Homo sapiens eine junge ART war.
Denn so können wir ohne Licht SEHEN,
WO um uns herum ETWAS geschieht.
........
ECHT hat NICHTS mit SCHÖN zu tun:
Eine Geigenschülerin spielt nicht UNECHTER,
bloß weil sie nicht Helge Schneider ist.
Einzelne GESCHEHNISSE dürfen uns bitte überraschen –
und sollen uns im HÖRRAUM genauso ECHT
und PÜNKTLICH treffen,
wie ihr Schall die
Besucher im KONZERTSAAL traf.
Das bedeutet:
Für jeden einzelnen Hörer
zu ANDEREN ANKUNFTSZEITEN –
und genau_nur_DESHALB
für JEDEN im Saal RICHTIG pünktlich.
Wenn das WANN nicht mehr stimmt,
ist die gehörte Welt logisch_FALSCH.