Zwei Ohren.
Millionen Jahre Evolution.
Doch die Hifi-Welt denkt erst ab 220 Volt los?
Mit JoschAudio erinnere ich an eine simple Tatsache:
Unser zweites Ohr dient der natürlichen Zeitmessung.
Nur deshalb können wir Schallereignisse im Raum präzise orten
und in Echtzeit erkennen, was um uns herum geschieht.
Es ging in der Evolution ums Überleben. Um Vorbereitung auf alles, was kommt.
Ein Ohr ist bloß ein Schallempfänger.
Erst zwei Ohren ermöglichen unserem Gehirn
diese hochpräzise Zeitmessung interauraler Laufzeitunterschiede (ITD).
Egal ob live im Konzert oder daheim auffe Couch.
Unser Gehör ändert schließlich nicht seine Arbeitsweise,
nur weil der Schall plötzlich aus Lautsprechermembranen kommt.
Das Gehirn stellt unerbittlich dieselben Fragen:
WO geschieht etwas?
WAS geschieht?
Ist es ECHT?
Warum also sollte ausgerechnet bei der Musikwiedergabe
ein anderer Prozess ablaufen?
Es geht schlicht um Schallwahrnehmung mit zwei Ohren. Punkt.
Und genau deshalb beginnen meine Überlegungen nicht an der Steckdose –
sondern bei der Evolution unseres Gehörs.
Der Evolution war unser persönlicher Geschmack völlig egal.
Der HiFi-Industrie nicht: Ihr geht es um den Verkauf.
Und deshalb serviert sie uns oft genug eine rosarote Wohlfühloase für die Ohren.
Klänge, die man gefälligst „schön“ finden soll –
so künstlich wie die Kinderstimmen bei Erwachsenen in der Haribo-Werbung.
Ein hübsches Sounding, eine erstrebenswerte Scheinrealität.
Kann man so machen. Hat mit echter Wiedergabe aber nichts zu tun.
Und was,
wenn jemand gar keine geschminkte Klangwelt sucht?
Wenn ihm Marken, Prestige und High-End-Folklore völlig egal sind?
Weil er mit seinen zwei Ohren einfach nur
genauso unverfälscht hören will
wie im echten Leben?
Was will man dem noch verkaufen?
Außer: RICHTIGEN SCHALL.
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