Josch-Audio    
   Weil wir 24/7 an echtes Geschehen gewöhnt sind   

Warum Musikfreunde trotz immer besserer Geräte weiter suchen

Weil die zeitliche Dosierung der Schallenergie in HiFi-Geräten serienmäßig vergessen wird.

Wenn du nicht länger HiFi konsumieren,
sondern Musik wie live dabei erleben möchtest,
solltest du weiterlesen.


Und nur, weil die HiFi-Branche seit Jahrzehnten beteuert, 

dass realitätsnahe Wiedergabe ohnehin nicht möglich sei,

bedeutet das nicht automatisch, dass sie damit recht hat.


Ich denke, bei der Entwicklung wurde schlicht zu wenig biologisch gedacht.


Und diese Anmerkung sei gestattet:


Die Wahrheit ist auch keine Frage von Abstimmung. ;-)



Wenn unser Gehör aus Ereignissen, Laufzeiten, Bewegungen und Entfernungen Wirklichkeit rekonstruiert,
warum sollten dann ausgerechnet Frequenzgänge, Klangfarben und Tonalitäten der wichtigste Maßstab sein?


Oder anders gefragt: 

Warum erkennen wir weit entfernte Züge  noch immer als glaubwürdige Ereignisse, obwohl ein erheblicher Teil ihres ursprünglichen Frequenzumfangs über die Luftstrecke zu uns bereits verloren gegangen ist?


Offenbar reicht die vollständige Bandbreite allein nicht aus, 

um zu erklären, wie wir Wirklichkeit erleben.




Fakt ist: Die Natur ist der Ursprung unseres Hörens.
Warum sollte sie nicht auch der Maßstab für Wiedergabe sein?


Da echte Zeiträume stets im natürlichen Schall getragen werden, kann auch nur unser normaler Alltag die perfekte, unbestechliche Referenz unseres Hörens sein.


Doch viele Musikfreunde suchen dennoch ständig nach


  • mehr Räumlichkeit,
  • mehr Natürlichkeit,
  • mehr Präsenz,
  • mehr Lebendigkeit –
  • also mehr Echtheit.



Und kein hoher Preis schützt automatisch davor.


Denn die natürliche zeitliche Portionierung des Schalls spielt bei der Entwicklung 

fast aller HiFi-Geräte schlicht keine zentrale Rolle.


Und was nicht als entscheidend erkannt wird, 

darum wird sich in der Regel auch nicht gekümmert.


Deshalb suchen viele Musikfreunde selbst bei den teuersten Anlagen 
weiterhin nach 

mehr Räumlichkeit und mehr Natürlichkeit - um mehr Echtheit zu erleben. 


Also genau nach dem,
was ihr Gehör aus dem normalen Leben längst kennt.




Warum ich überhaupt nach dieser Ursache gesucht habe

Meine Suche begann bereits 1997.
Damals experimentierte ich mit Aufstellung,
Entkopplung,
Bedämpfung
und vielen anderen Möglichkeiten,
Musikwiedergabe natürlicher erscheinen zu lassen.


Die letzten zehn Jahre wurden daraus intensive Entwicklungsarbeit.

Dabei fiel mir immer wieder dasselbe auf:


Je stärker ich
 

Geräte,
Baugruppen,
Tonarme,
Netzteile,
Laufwerke
und andere Komponenten
beruhigte, desto 


räumlicher, natürlicher, lebendiger und glaubwürdiger 

wurde die Wiedergabe.


Lange Zeit wusste ich nicht warum.
Ich wusste nur:


Weniger Bewegung von HiFi-Komponenten 

führt zum besserem Hören.


Erst später entstand daraus eine mögliche Erklärung.


Zusätzliche Vibrationen,
Resonanzen
und andere Nebenwirkungen
tragen Energie.


Diese Nebenenergie gelangt letztlich ebenfalls 

zu den Lautsprechermembranen.


Und Membranen unterscheiden
nicht zwischen Musiksignal
und Nebenwirkung.


Beides
wird in Schall umgewandelt.


Dadurch entsteht zusätzlicher Schall,
der nie Bestandteil des ursprünglichen Ereignisses war.



Und genau dieser zusätzliche Schall kann die Erkennbarkeit 

der eigentlichen Rauminformationen beeinträchtigen.


Denn natürlicher Schall ist nicht einfach nur Energie.


Natürlicher Schall ist zeitlich und energetisch strukturiert.


Jedes Ereignis besitzt seinen eigenen Beginn,
seine eigene Dauer,
sein eigenes Ende,
seine eigene Richtung,
seine eigene Entfernung
und seine eigene energetische Größe.


All diese Informationen werden mit dem Schall übertragen.


Mit etwa
343 m/s erreichen sie unsere Ohren
und werden vom Gehirn zu Raum,
Richtung,
Entfernung,
Bewegung
und Glaubwürdigkeit rekonstruiert.


Je besser diese zeitliche und energetische Ordnung erhalten bleibt,
desto vollständiger bleiben auch die Informationen erhalten,
aus denen unser Gehirn Wirklichkeit rekonstruieren kann.


Genau diese Beobachtung führte mich zu 

zwei einfachen Fragen:


Was passiert, 


  • wenn zusätzliche Schallenergie diese natürliche Ordnung teilweise überlagert, und was


  • wenn diese Zeitbeziehungen bei der Wiedergabe teilweise verloren gehen?



Die Antwort ist im Grunde simpel:


Musikfreunde suchen bei der Wiedergabe schlicht das, was sie ihr ganzes Leben lang im Alltag hören.


Auch bei Musik.


Denn unser Gehirn besitzt keine getrennte Abteilung für Realität und Musikwiedergabe.


Es verarbeitet beides nach denselben biologischen Regeln.



Machen wir den Praxis-Test

Achte JETZT einfach auf deine Umgebung:


  • Rauminformationen & Laufzeiten
  • Zeitbeziehungen & Richtung
  • Entfernung



Alles hörst du intuitiv.


Und genau daraus rekonstruiert unser Gehirn
räumliche Verortung, Bewegung, Lebendigkeit
und Plausibilität.


Vereinfacht gesagt:


  1. Ereignisse erzeugen Zeitbeziehungen.
  2. Zeitbeziehungen erzeugen Raum.
  3. Raum erzeugt Glaubwürdigkeit.



Genau diese Kette hört unser Gehirn 24 Stunden am Tag.


Warum sollte sie ausgerechnet bei Musik plötzlich bedeutungslos werden?


Und genau deshalb kann Wiedergabe nur dann echt wirken,
wenn die zeitlichen Beziehungen der ursprünglichen Ereignisse erhalten bleiben.
Warum also sollte unser Gehirn plötzlich anders rechnen?
Nur weil eine HiFi-Anlage den Schall erzeugt?



Die Antwort lautet: 

Ja und Nein


Nein

Unsere Biologie schaltet niemals um.


Einen biologischen „HiFi-Modus“ gibt es nicht.
Unser Hörsystem verarbeitet Schall im Alltag
und bei der Musikwiedergabe
nach denselben biologischen Grundlagen.



Ja

HiFi-erzeugter Schall kann seine natürlichen Zeitbeziehungen selbst maskieren.


Denn zusätzliche musikfremde Nebenenergien aus der Wiedergabekette können 

die natürliche zeitliche Struktur im richtigen Schall überlagern.


Gemeint sind dabei nicht die Laufzeiten der Lautsprecherchassis.


Gemeint ist die natürliche
zeitliche Bemaßung des Schalls selbst.


Also die Art,
wie sämtliche Energieereignisse
durch die Luft fliegen,
zeitlich zueinander liegen,
unsere Ohren erreichen
und anschließend im Gehirn zu
Raum,
Richtung,
Entfernung
und Bewegung
rekonstruiert werden.




Wir hören nicht zuerst Klänge

Wir hören Ereignisse.


Und meistens hören wir
viele Ereignisse zugleich.
Ein Vogel.
Ein zweiter Vogel.
Ein Zug in der Ferne.
Eine Stimme.
Wind.
Eine Tür.
Ein vorbeifahrendes Auto.


Jedes dieser Ereignisse besitzt
eine eigene Energie,
eine eigene Dauer,
eine eigene Entfernung
und eine eigene zeitliche Position.



Unser Gehirn setzt all diese Informationen automatisch 

zu einem glaubwürdigen Gesamtbild zusammen.
Genau daraus entsteht unsere alltägliche Wahrnehmung von Wirklichkeit.




Züge und Vögel

Morgens durch das geöffnete Fenster höre ich weit entfernte Züge auf den Gleisen.
Später setzte das Vogelgezwitscher ein.
Die Vögel waren deutlich näher.
Die Züge deutlich weiter entfernt.
Das Interessante war nicht ihre Klangfarbe.
Das Interessante ist,
dass beide Ereignisse sofort als unterschiedliche Geschehen 

erkennbar sind:


Die Züge waren deutlich weiter weg
Die Vögel höre ich näher.

Intuitiv. 


Als eindeutig differenzierte Ereignisse.


Die Züge nähern sich,
erreichen ihren Punkt größter Nähe
und entfernen sich wieder.


Die Vögel bleiben dagegen in näherer Umgebung.
Offenbar genügt mir die eintreffende Schallenergie,
damit ich beide Ereignisse völlig selbstverständlich 

auseinanderhalten kann.


Und genau das wirft doch die 
spannende Frage auf:


Welche Informationen im Schall ermöglichen diese Zuordnung überhaupt?
Vielleicht sind es genau die zeitlichen Strukturen,
über die unser Gehirn Ereignisse erkennt,
verfolgt 
und voneinander
unterscheidet.


Denn obwohl viele klangliche Details der weit entfernten Züge bereits verloren sind, 

wegen der großen Distanzen - ist nur ein schmales Frequenzband hörbar.
Trotzdem bleibt ihre zeitliche Raumverortung weiterhin klar erkennbar.
Ich höre ihre Annäherung.
Ich höre ihre größte Nähe.
Ich höre ihr Entfernen.
Vielleicht erklärt genau das,
warum die zeitliche Ordnung des Schalls für unser Hören so grundlegend ist.

Und wer jetzt fragt:
„Was hat das alles mit HiFi zu tun?“
Dem würde ich antworten:
"Ich weiß nicht, wie es bei dir ist.
Aber ich habe
keinen Umschalter für mein Gehör - auf HiFi-Schall."



Die Stradivari-Frage

Gefallen und richtige Schallverarbeitung sind nicht dasselbe

Eine einfache Geige in einem realen Raum

ist zunächst einmal ein echtes Ereignis.


Der Schall entstand real
und breitet sich natürlich aus.


Und wenn an derselben Stelle eine Stradivari spielen würde,
würden wir sie nicht richtiger hören,
nur weil sie uns besser gefällt.


Gefallen
und richtige biologische Verarbeitung
sind zwei verschiedene Baustellen.


Die eine ist psychologisch.
Die andere physikalisch.


Der biologische Maßstab bleibt derselbe. Punkt.




Die physikalische Ursache

Zusätzliche Nebenenergien können über


  • Membranbewegungen,
  • Nachschwingen,
  • Resonanzen
  • und Gehäusebewegungen

zusätzlichen Schall erzeugen.


Dadurch können natürliche Zeitbeziehungen
überlagert, maskiert
oder verschoben werden.


Doch exakt diese empfindlichen Mikro-Relationen
sind das Material, aus dem unser Gehirn Raum,
Richtung, Entfernung, Bewegung und Glaubwürdigkeit
rekonstruiert.


Werden sie verändert,
leidet die Genauigkeit der Rekonstruktion.




Eine unbequeme Möglichkeit

Die HiFi-Branche vermittelt seit Jahrzehnten indirekt die Vorstellung,
dass vollständig glaubwürdige Musikwiedergabe grundsätzlich nicht erreichbar sei.


Ein Stück weit mag das stimmen.
Eine Musikwiedergabe wird niemals das reale Ereignis selbst sein.


Doch
daraus folgt nicht automatisch,
dass wir uns mit den heute üblichen Grenzen zufriedengeben müssen.


Vielleicht wurde die Bedeutung der natürlichen zeitlichen Portionierung des Schalls schlicht unterschätzt.

Und vielleicht ist deshalb deutlich mehr Räumlichkeit und ein weitaus tieferes Echt-Empfinden möglich, als viele serienmäßige Anlagen heute erkennen lassen.




Fazit

Wenn unser Hörsystem 24 Stunden am Tag
nach denselben biologischen Grundlagen arbeitet,


warum sollte ausgerechnet HiFi

der einzige Bereich sein,
in dem diese Grundlagen plötzlich nicht mehr gelten?


Ich halte es deshalb für schlüssig,

sich beim Hören zuerst an Natur und Biologie zu orientieren.


Denn
die Natur ist nicht nur ein Beispiel.
Sie ist der Maßstab.


Wir hören seit unserer Geburt

Ereignisse,
Zeitbeziehungen,
Räume,
Entfernungen
und Bewegungen.


Genau
daraus entsteht für uns das Echte.


Deshalb beginnt echte Musikwiedergabe nicht bei Klangfarben,

nicht bei Prestige,
nicht bei Marketing,
sondern bei einer viel grundsätzlicheren Frage:


  • Erhält die Wiedergabe die zeitlichen Beziehungen der Ereignisse so, dass unser Gehirn daraus wieder ein glaubwürdiges Geschehen rekonstruieren kann?



  • Denn die zeitliche Übertragung natürlicher Schallereignisse ist die Voraussetzung für räumliches Hören.



  • Verliert der Schall seine natürliche zeitliche und energetische Ordnung, verliert unser Gehirn einen Teil der Informationen, aus denen es Wirklichkeit rekonstruiert.


  • Verliert der Schall diese Ordnung vollständig, geht damit auch das Echte verloren.




Weiterführend: 

Was HiFi vom Froschteich lernen kann




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