Branche und Skeptiker denken zu spät los ;-)
Der biologische Grundsatz des Hörens –
warum Zeitrichtigkeit bei zwei Ohren kein Voodoo ist
Stell dir vor, du stehst nachts im Wald.
Links knackt ein Ast.
Du drehst den Kopf blitzartig genau dorthin. Reflexartig.
Warum?
Weil SCHALL ZEIT braucht.
Bei 343 m/s erreicht das Knacken dein linkes Ohr
einen winzigen Sekundenbruchteil FRÜHER als dein rechtes.
Dein Gehirn erkennt diesen Unterschied.
WO passiert WAS?
Zuerst das WO. Danach das WAS.
Ein uralter biologischer Überlebensmechanismus.
Und worauf beruht er?
Unsere Ohren empfangen ausschließlich SCHALL.
Keine Musik. Keine Instrumente. Keine Ereignisse.
Nur mechanische Druckschwankungen.
FRÜHER & SPÄTER.
LAUTER & LEISER.
Aus diesen Unterschieden errechnet unser Gehirn instinktiv
die räumlichen Verhältnisse der Ereignisse unserer Umgebung.
WO?
Wie weit entfernt?
Bewegt sich etwas?
Kommt es näher?
Das ist unser ganz normales biologisches NAVI.
Und das funktioniert über die physikalischen und zeitlichen Eigenschaften
des empfangenen SCHALLS:
Der SCHALL jedes einzelnen Ereignisses erreicht jedes Ohr
FRÜHER oder SPÄTER. LAUTER oder LEISER.
Und aus diesen Unterschieden errechnet unser Gehirn,
WO etwas passiert,
WOher es kommt und
WOhin es sich bewegt.
Es geht darum, ECHTES wahrzunehmen –
und
nicht um einen persönlichen Wunsch nach schönerem Klang.
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Und jetzt auffe Couch vor zwei Lautsprechern.
Wozu soll HiFi im Hörraum eigentlich dienen?
Es sollte vergangene musikalische EREIGNISSE
möglichst RICHTIG WIEDER_geben, damit...
Zuhörer das gleiche audible Resultat aus Schall wieder erleben können.
Das bedeutet - inklusive dem Raum -
den wir ursprünglich vor Ort auch wahrgenommen haben.
(oder den Raum, den der Ton-Ing. im Studio erzeugte)
Es geht also darum,
Musiker, ihre Positionen und ihre Entfernungen
in diesem ursprünglichen RAUM
möglichst naturgetreu
erneut erleben zu können.
Und womit muss das funktionieren?
- Mit denselben beiden Ohren.
- Mit demselben Gehirn.
- Mit derselben Biologie.
Die Voraussetzungen auf der Empfängerseite sind
DAMIT also gegeben.
Die Pünktlichkeit des SCHALLS aber entscheidet.
Denn auch die zeitlichen Beziehungen
des WIEDER_gegebenen SCHALLS müssen stimmen...
also die Eintreff-Pünktlichkeit sämtlicher Schallportionen und
Portiönchen in unserer wahrnehmbaren Umgebung.
Was früher war, muss die Ohren wieder früher erreichen.
Was später war, muss sie wieder später erreichen.
Und zwar im RICHTIGEN zeitlichen Differenzverhältnis zueinander.
Denn unser Gehirn
kann nur das räumlich hin zu unserer Umgebung auswerten,
was unsere Ohren tatsächlich empfangen.
Woher sonst sollte es wissen,
WO die einzelnen Musiker ursprünglich wirklich standen
und musizierten?
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Und genau hier beginnt das HiFi-Problem.
Alles HiFi zwischen STECKDOSE und MEMBRANEN dient letztlich
nur einem einzigen Zweck:
Die Lautsprechermembranen möglichst RICHTIG zu impulsieren.
Mehr kann keine HiFi-Anlage leisten!!!
Denn die Membranen am Ende erzeugen den SCHALL.
Und jeder Fehler, der ihre Bewegung verändert,
wird auch den erzeugten SCHALL beeinflussen.
Zeitlich.
Energetisch.
Durch Resonanzen.
Durch zusätzliche oder fehlende Schallanteile.
FALSCH impulsierte Membranen erzeugen FALSCHEN SCHALL.
Und was machen unsere Ohren damit?
Sie empfangen ihn.
Ohne zu wissen, ob er RICHTIG oder FALSCH erzeugt wurde.
Unser Gehirn muss daraus die räumlichen Ereignisse errechnen.
Aus dem SCHALL, der tatsächlich ankommt.
Und nicht aus dem, von dem man sich wünscht - er käme richtig an.
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Und dann kommt an dieser Stelle von Skeptikern gerne
ein Scheinargument:
„Das Gehirn macht das schon.“
Ach ja?
Natürlich macht es etwas!
Unser Gehirn kann selbst aus unvollständigen und verfälschten Informationen
noch plausible Ereignisse erkennen - und versucht das auch.
Aber seit wann bedeutet PLAUSIBEL auch wieder RICHTIG?
Die Windschutzscheibe macht den Denkfehler sichtbar.
Stell dir vor, du schaust durch eine verschmutzte, verzerrende Windschutzscheibe.
Erkennst du den Baum am Straßenrand?
JA.
Siehst du ihn deshalb unverfälscht?
NEIN.
Und jetzt die entscheidende Frage:
Wird die Windschutzscheibe dadurch sauberer,
dass dein Gehirn den Baum trotzdem erkennt?
NEIN!
Warum sollte das beim HÖREN anders sein?
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Unser Gehirn kann rechnen. Aber nicht zaubern.
Es kann Muster erkennen.
Erfahrungen nutzen.
Fehlende Informationen ergänzen.
Und selbst aus FALSCHEM SCHALL noch ein plausibles WO errechnen.
Aber woher soll es wissen,
ob dieses WO auch dem ursprünglichen ORT entspricht?
Woher soll es wissen,
welche zeitlichen Beziehungen im Schall
durch die Wiedergabekette bereits verändert wurden?
Woher soll es die ursprünglichen Informationen nehmen,
wenn sie im empfangenen SCHALL gar nicht mehr vorhanden sind?
GAR NICHT - UNMÖGLICH!
Es kann interpretieren, korrigieren und ergänzen.
Aber es kann nicht wissen, was es nicht über Ohren empfangen hat.
PLAUSIBEL hören bedeutet:
So könnte es gewesen sein –
es beweist aber nicht die Richtigkeit der Schallwiederholung.
Und genau deshalb ist die Behauptung,
das Gehirn werde die Fehler der Wiedergabekette schon ausgleichen,
kein Argument für RICHTIGE WIEDER_gabe.
Sondern eher ein Geständnis , am ECHT der Wiedergabe gescheitert zu sein.
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Das Fazit.
Unsere Ohren empfangen SCHALL.
Unser Gehirn errechnet daraus die räumlichen EREIGNISSE.
Und die ZEIT ist dafür eine entscheidende physikalische Grundlage.
FRÜHER & SPÄTER.
LAUTER & LEISER.
Wer diese Beziehungen bei der WIEDER_gabe verfälscht,
verändert im Hörraum genau die SCHALL-Informationen,
aus denen unser Gehirn im echten Leben unseren EREIGNISRAUM errechnet.
Und wer glaubt, das Gehirn könne daraus automatisch wieder das Original erkennen,
der verwechselt biologische REALITÄT mit HiFi-Marketingerzählungen.
Denn:
Das Gehirn kann nur den SCHALL auswerten, der tatsächlich ankommt.
Nicht den, der ursprünglich hätte ankommen sollen, dazuerfinden.
ZEITRICHTIGKEIT ist deshalb kein Voodoo.
Sondern eine Grundlage unseres instinktiven,
natürlichen & räumlichen Erlebens
unserer realen Umgebung.
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Schön ist bloß Geschmack und damit egal.
Das ECHT richtig erleben dagegen ist unsere Biologie.
Und die funktioniert immer gleich -
EGAL, ob im Leben – oder vor zwei Lautsprechern, wenn
sie uns den natürlichen Schall einfach wieder servieren.